Was bedeutet „Integrationsunternehmen“?

Integrationsfirmen sind Unternehmen, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sind, wie alle anderen Unternehmen. Sie stehen also mit anderen Firmen der gleichen Branche in Konkurrenz. Der große Unterschied zu anderen Unternehmen ist, dass Integrationsfirmen weit mehr behinderte Menschen einstellen, als das für Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes gesetzlich gefordert ist.


Zurzeit sind das 5% der Belegschaft, das heißt jeder zwanzigste Mitarbeiter eines „normalen“ Betriebes des allgemeinen Arbeitsmarktes sollte laut Gesetz ein anerkannt schwerbehinderter Mensch sein. Bei Nichteinhaltung dieser Quote wird eine sogenannte Ausgleichsabgabe an das Integrationsamt entrichtet. Aus diesen Geldern werden die Förderungen gezahlt, die die Nachteile auf dem Markt von Integrationsfirmen und anderen Betrieben, die mehr schwerbehinderte Menschen als gefordert beschäftigen, ausgleichen sollen.
(Höhe je Monat seit 2012: 3% bis unter 5%: 115€; 2% bis unter 3%: 200€; unter 2%: 290€)


Integrationsunternehmen nach $132 SGB IX haben einen Belegschaftsanteil behinderter Menschen zwischen 25% und 50%. Der Gesetzgeber empfiehlt eine Obergrenze, weil er Zweifel hat, dass ein Unternehmen mit einem größeren Anteil schwerbehinderter Menschen überlebensfähig ist.


Die meisten Integrationsunternehmen sind jedoch gemeinnützig und nutzen den Umsatzsteuervorteil gemeinnütziger Organisationen (7% statt 19%). Für diese Firmen gibt die Abgabenordnung der Finanzämter für Integrationsfirmen einen Mindestprozentsatz von 40 vor. Insofern bewegt sich der Anteil der Mitarbeiter mit Schwerbehindertenausweis bei den meisten Integrationsfirmen zwischen 40% und 50%.


Je nach ihrer persönlichen Einschränkung haben behinderte Menschen unterschiedlichen Unterstützungsbedarf. Während körperbehinderte Menschen vielleicht nur eine Rampe zu ihrem Büro und eine geräumige Toilette brauchen, um ihren Job so zu machen wie alle anderen Kollegen, können psychisch erkrankte Menschen dauerhaft Unterstützung nötig haben, die für Unternehmen eine stetige finanzielle Belastung darstellt.


Aus diesem Grund gibt es unterschiedliche Instrumente, mit denen das Integrationsamt die Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen fördert. Für psychisch erkrankte Menschen, die einen Schwerbehindertenausweis haben, können auch zeitlich unbegrenzte Förderungen beantragt werden.


Da die Osterkus[S] gGmbH in der Nachfolge des Osterfeld e.V. nahe der Psychiatrie entstanden ist, konzentrieren wir uns vorwiegend auf die Beschäftigung von psychisch erkrankten Menschen.



Wozu braucht man Integrationsunternehmen?

Wer eine ernst zunehmende psychische Störung hat, hat leider sehr wenig Chance, auf dem ungeschützten allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Während sich die meisten Verantwortungsträger der Wirtschaft die Integration von körperbehinderten Menschen unter bestimmten Bedingungen vielleicht noch ganz gut vorstellen können, ist die Berührungsangst gegenüber psychischen Störungen doch ungleich höher.


Erfahrungsgemäß ist jedoch gerade für psychisch erkrankte Menschen die therapeutische Wirkung durch Teilhabe an der Gesellschaft mittels Arbeit ganz besonders hoch. Bei einigen Kollegen konnten nur durch die Beschäftigung auf einem sinnvollen Arbeitsplatz viele Psychiatrieaufenthalte verhindert werden, die vorher zum normalen Leben der Betreffenden gehört hatten. Mal abgesehen von dem unendlichen persönlichen Wert, den das für die Betroffenen hat, sind hier auch erhebliche Mittel der Krankenkassen eingespart worden.
Was aber bedeutet in diesem Zusammenhang „sinnvolle Arbeit“?


Unseres Erachtens ist es besonders wichtig, dass die Arbeit, die wir bieten, wirtschaftlich notwendig ist. Jedem einzelnen in der Firma – ob behindert oder nicht – ist klar, dass Wohl und Wehe der Firma vor allem von der Arbeitsleistung aller Kollegen abhängig ist. Trotz der öffentlichen Förderung, die übrigens stetig sinkt, kann ein Integrationsunternehmen nur dann überleben, wenn es genau wie die Mitbewerber konsequent wirtschaftlich handelt. So gut Integrationsfirmen die Arbeitsmarktnähe und die marktwirtschaftlichen Herausforderungen therapeutisch nutzen, indem sie einfach „mitmachen“, also „teilhaben“, so bitter ist es, dass alle Entwicklungen des allgemeinen und ungeschützten Arbeitsmarktes letztlich auch auf diese sozialen Firmen durchgreifen.


Die Kunst der Integrationsfirmen ist es, diesen wirtschaftlichen Druck im Rahmen eines Gefühls des sicheren Aufgehoben-Seins so an die Beschäftigten weiterzugeben, dass sie ein Maximum ihrer Leistungsfähigkeit abrufen können. Und zwar ohne dabei in Verhaltensweisen oder Gefühlszustände zu verfallen, die andernorts für die Zunahme von Burnout-Syndromen verantwortlich gemacht werden. Die Dosierung dieses Drucks gegenüber den Beschäftigten ist die Herausforderung vor allem für das leitende Personal.


Als Integrationsfirma grenzt sich die Osterkus[S] gGmbH also bewusst gegen Projekte ab, die primär die Bedürfnisse behinderter Menschen im Fokus haben. Die wichtigste Prämisse eines Integrationsunternehmens ist der langfristige Erfolg der Firma, damit alle Arbeitsplätze erhalten werden und vielleicht neue geschaffen werden können. Alles andere muss nachrangig sein. Und das weiß vom Tellerwäscher bis zum Geschäftsführer jeder im Unternehmen.


Oder auf eine einfache Formel gebracht:
Wir suchen nicht eine passende Arbeit für einen behinderten Menschen, sondern wir suchen Menschen, die die Arbeit in unserer Firma gut machen können, egal, ob sie behindert sind oder nicht.


Natürlich wünschen wir uns auf langfristige Sicht, dass es irgendwann keine Integrationsfirmen mehr geben muss, weil alle „herkömmlichen“ Arbeitgeber soviele behinderte Menschen einstellen, dass jeder Arbeit bekommt, wer sie will. Aber nur wenige Betriebe des allgemeinen Arbeitsmarktes wissen überhaupt, dass ihnen die Förderungen, die Integrationsfirmen nutzen, im Prinzip genauso offen stehen wie einer Integrationsfirma.


Deshalb ist es zurzeit leider so, dass auch die möglichen (zugegebenermaßen nur halbherzig umgesetzten) restriktiven Maßnahmen der Regierung profitorientierte Unternehmen nur in höchst unbefriedigender Quote dazu bewegen können, überhaupt die gesetzlichen Bestimmungen zu erfüllen, geschweige denn mehr schwerbehinderte Menschen einzustellen als gesetzlich gefordert.



Was ist in der Integrationsfirma anders als in anderen Firmen?

Psychische Leiden sind in ihren Auswirkungen am Arbeitsplatz individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt, selbst wenn die Diagnose ähnlich ist. Mitarbeiter haben von sich aus sehr, sehr unterschiedliche Bedürfnisse und Erwartungen an ihre Arbeit. Einige neigen dazu Verantwortung anzunehmen, wo sie sich bietet, Andere bekommt man kaum dazu, sich auch nur für sehr kleine Arbeitsaufgaben verantwortlich zu zeigen. Der eine Mitarbeiter braucht viel Kontakt und Ansprache, eine andere möchte möglichst in Ruhe gelassen werden. Eine Mitarbeiterin kann keine körperliche Nähe ertragen, ein anderer kann/will keine halbe Stunde allein sein. Alle diese Eigenschaften/Bedürfnisse/Charakterzüge/Leiden, wie immer Sie es auch nennen wollen, gibt es u. U. in anderer Ausprägung auch bei nicht-behinderten Mitarbeitern auf dem ungeschützten allgemeinen Arbeitsmarkt. Den Unterschied sehen wir darin, dass wir versuchen, diese Persönlichkeitsakzentuierungen von Arbeitnehmerseite her nicht zu verheimlichen und von Arbeitgeberseite her nicht auszuschließen. Im Gegensatz dazu versuchen wir im Dialog und in Zielvereinbarungsgesprächen nicht nur eine Arbeit trotz dieser Akzentuierungen möglich zu machen, sondern im Idealfall die Besonderheiten unserer Mitarbeiter für den Betrieb zu nutzen.



Netzwerke - Warum wir kooperieren

Auf der wirtschaftlichen Ebene in Konkurrenz – gesellschaftspolitisch auf der gleichen Seite. Auch wenn das schwierig klingt, bei den Hamburger Integrationsfirmen überwiegt das Bewusstsein darüber, dass nicht nur die einzelnen Mitarbeiter von der EU-weit geforderten Inklusion behinderter Menschen profitieren, sondern auch die Unternehmenslandschaft der Republik.


Neben dem gemeinsamen Internet-Auftritt als LDI halten die Hamburger Integrationsfirmen regelmäßigen Kontakt untereinander, um sich über aktuelle Entwicklungen in der Behindertenpolitik auszutauschen oder sich gegenseitig zu beraten und zu unterstützen. Die gemeinsame Idee der Inklusion von behinderten Menschen in unsere Gesellschaft steht bei allen Aktivitäten der Hamburger Integrationsfirmen im Vordergrund.



Integrationsfirmen - Vorbildfunktion für die Firmenlandschaft in Hamburg und anderswo?

Nach diversen Untersuchungen und medialen Berichten über die deutliche Zunahme von psychischen Störungen als Ursache für Krankmeldungen und den damit verbundenen Arbeitsausfall, beginnen jetzt auch große Unternehmen, über die Prävention von psychischen Problemen am Arbeitsplatz nachzudenken und sogar Geld dafür auszugeben.


Unseres Erachtens kommt eine Firmenpolitik, die einer Zunahme von psychischen Beeinträchtigungen am Arbeitsplatz entgegenwirken will, nicht um eine auf Achtung, Wertschätzung und Ressourcenorientierung basierende Personalführung herum.


Mit der effektiven, aber grundsätzlich wertschätzenden Nutzung des Potentials aller Mitarbeiter werden die „human resources“ eben nicht brutal ausgebeutet, sondern eine „win-win-Situation“ für Arbeitnehmer und -geber hergestellt. Denn wenn ein Mitarbeiter unter guten Rahmenbedingungen mit Freude das Maximum seiner Leistungsfähigkeit abrufen kann, fühlt sich nicht nur der Mitarbeiter wertgeschätzt und gebraucht, sondern es profitiert eben auch der Betrieb maximal. Und dass Wertschätzung und positive Verstärkung eine bessere Wirkung auf Motivation und Arbeitsleistung entfaltet als Angst, Zwang und Restriktionen, wird niemand mehr ernsthaft bestreiten wollen.


Neben dieser logischen Kosten-Nutzen-Rechnung hat diese Form der Personalführung aber auch oder vor allem Auswirkungen auf Lebensfreude und -gefühl aller an der Unternehmung Beteiligter, die jedoch kaum messbar sind. Vielleicht wird deshalb in der Osterkus[S] gGmbH viel gelacht, auch wenn die Arbeitsbelastung hoch ist. Und da sehr viele psychisch erkrankte Menschen im Niedriglohnsektor arbeiten (müssen) und deshalb oft kaum mehr als den Hartz IV-Satz verdienen, schätzt die eine oder der andere eine gute Arbeitsatmosphäre und einen wertschätzenden Umgang unter den Kollegen mehr als ein paar Euro mehr am Monatsende.


Arbeit, wenn sie sich in den richtigen Rahmenbedingungen organisiert und in menschlicher Atmosphäre eingebettet ist, entfaltet eine nicht zu unterschätzende therapeutische Wirkung für alle Mitarbeiter, ganz besonders aber für psychisch erkrankte Menschen.


Menschen, die in ihrem Leben nur selten von längerer Arbeitslosigkeit betroffen waren, spüren oft primär die Belastung durch die Arbeit, die den Alltag so schwer macht, und verlieren nur zu leicht den Blick dafür, wie wichtig eine sinnvolle und gebrauchte Beschäftigung für die Seele ist. Doch viele wissen aus eigener Erfahrung, dass gerade die Arbeit zum Menschen passen muss, um ihn nicht erschöpft, unglücklich oder gar psychisch krank zu machen. Wir sind überzeugt, dass wir mit unserer Arbeit nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Inklusion behinderter Menschen in die Gesellschaft leisten können, sondern auch einen Weg aufzeigen, wie sich durch Arbeit verursachte gesundheitliche, insbesondere psychische Probleme am Arbeitsplatz mindern oder verhindern lassen.


Im Allgemeinen gibt es am Ende einer Beschreibung von gemeinnützigen Projekten immer einen Spendenaufruf. Wir können zwar grundsätzlich Spenden entgegennehmen und freuen uns auch darüber. Aber noch viel mehr freuen wir uns, wenn Sie als Kunde zu uns kommen und sich davon überzeugen können, dass unsere Waren und Dienstleistungen mindestens genauso gut und günstig sind wie die der Mitbewerber, nur dass sie unter sozialeren Bedingungen produziert wurden.


Wir wünschen Ihnen viel Spaß auf unseren Seiten und würden uns freuen, mit Ihnen ins Geschäft zu kommen!





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Liebe Kundinnen und Kunden,
die Produktionsabteilungen der OSTERKUS[S] gGmbH ziehen um!
Wegen des Platzbedarfes des neuen Herzzentrums werden die Pavillongebäude Ost 61 abgerissen. Auf dem Gelände des UKEs hat sich kein ausreichender Platz für unsere mittlerweile stark erweiterten Angebote im Druckbereich und im Catering gefunden. Deshalb haben wir lange nach geeigneten Räumlichkeiten in der Nähe des UKEs und mit ausreichender Fläche gesucht, gefunden und in den letzten Wochen umgebaut. Ab dem 30.Mai 2018 befinden sich die Catering-Küche und die Druckproduktion knapp zwei Kilometer entfernt in der


Stresemannallee 88, 22529 Hamburg


Bitte beachten Sie: Aufgrund des Umzugs können wir zwischen dem 25.05 und 30.05. keine Aufträge annehmen. In diesem Zeitraum durch das CS-System aufgegebene Aufträge werden erst ab dem 30.05. wieder bearbeitet.


Alle Kommunikationsverbindungen wie Telefonanschlüsse und Mailadressen bleiben so erhalten, wie Sie die kennen.
Zwischen dem 27.5. und dem 5.6. kann es wegen der Umschaltungen der Telefonanlage zeitweise zu Verzögerungen kommen, folgende Nummern sind dann auf Mobiltelefone umgeleitet und von Ihnen wie bekannt wählbar:


Osterkus(s) Catering: 040/ 411 60 60 20
Osterkus(s) Druck: 040/ 411 60 60 16
Osterkuss(s) Leitung Druckzentrum: 040/411 60 60 10/50
Osterkus(s) Geschäftsführung: 040/411 60 60 30/33


Und natürlich können Sie uns auch weiterhin unter den bekannten E-Mail Adressen erreichen.


Der direkte Kontakt und die persönliche Beratung werden nicht unter der Entfernung leiden! Die Mitarbeiter*innen von Osterkus(s) kommen gern nach Vereinbarung zu Ihnen. Auch der Lieferverkehr wird so beibehalten, wie es in der Vergangenheit zu Ihrer Zufriedenheit funktioniert hat. Nicht gesondert besprochene Druckerzeugnisse können am vereinbarten Tag ab 13:00 Uhr in unserem Shop in O10 abgeholt werden.


Die Lieferung von Flammkuchen, müssen wir aufgrund der Entfernung leider vorerst einstellen. Sollten Sie aber für Ihr Mittagscatering oder andere Gelegenheiten eine Anzahl von 10 Flammkuchen oder mehr benötigen, sprechen Sie uns gerne persönlich an.


Unser Café Osterfeld im Foyer der Psychiatrischen Klinik und unser CopyShop in der Galerie O10 bleiben auf dem UKE Gelände bestehen und wir freuen uns auf ihren Besuch.


Das Osterkus(s) Produktions-Team